| Dieses Doppelchor-Konzert
bringt zwei wenig bekannte Vokalwerke von
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 -1847) zur Aufführung.
Die Werke nehmen Bezug auf Ereignisse aus der Geschichte des
Volkes Israel, dem sich Mendelssohn zeitlebens verbunden fühlte.
Der 114. Psalm ist ein Lobgesang des
Volkes Israel über Gottes Hilfe während des beschwerlichen
Auszugs aus Ägypten in einem achtstimmigen Chorsatz mit
Orchester.
Athalia, ursprünglich eine 1691
uraufgeführte Tragödie des Dramatikers
Jean Racine (1639 – 1699), beschreibt das Schicksal
der gleichnamigen Königin des Reiches Juda im 9. Jahrhundert
vor Christus. Nach dem Tod ihres Gatten hatte Sie alle Konkurrenten
beseitigen lassen und selbst die Macht ergriffen. Doch ein
Einziger überlebte das Massaker und brachte Athalia nach
erfolgreichem Putsch zu Fall.
Dieser hochdramatische Stoff zog schon Georg Friedrich Händel
in seinen Bann.
1733 wurde seine Deutung der alttestamentlichen Geschichte
als englisches Oratorium in
Oxford dargeboten.
Die Vertonung des Werkes durch Mendelssohn erfolgte eineinhalb
Jahrhunderte später im Auftrag des theaterfreudigen Friedrich
Wilhelm IV. von Preussen und erlebte seine Première
am 1. Dezember 1845.
Mendelssohns Athalia beeindruckt nicht nur durch einen ungeheuren
Formenreichtum, der vom rein Symphonischen über unbegleitete
Chorsätze bis hin zum Melodrama reicht. Auch die Vielfalt
der Orchestrierung, die Originalität der dramatischen
Gestaltung sowie die Intensität der musikalischen Umsetzung
sind einzigartig.
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