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Zu den Konzerten
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Ausserhalb seiner Heimat
ist der Komponist Johann Gottlieb Naumann nahezu in Vergessenheit
geraten. Seine Lebensdaten 1741 - 1801 geben einen ersten
Hinweis auf die Stilrichtung seiner Musik: Er war Zeitgenosse
von Haydn (1732 - 1809) und Mozart (1756 - 1791). Der Weg
zu ihm führt aber nicht nach Österreich, sondern ins alte
Kurfürstentum Sachsen. Da Kurfürst August der Starke für die
Erwerbung der polnischen Königskrone zur katholischen Kirche
übergetreten war, regierte in der lutheranischen Residenzstadt
Dresden ein katholischer Hof, für den der Lutheraner Johann
Gottlieb Naumann nach einem mehrjährigen Musikstudium in Italien
lateinische Kirchenmusik zu schreiben und aufzuführen hatte.
Daneben komponierte er zahlreiche Opern, Oratorien, Sinfonien
und Lieder. Aufträge erhielt er auch von anderen Fürstenhäusern.
Er entwickelte sich zu einer der angesehensten Persönlichkeiten
des europäischen Musiklebens. Für das evangelische Herzogpaar
von Mecklenburg-Schwerin vertonte er Psalmen aus der Lutherbibel,
wovon in diesem Konzert als Schweizer Erstaufführung der 103.
Psalm erklingt, eine lyrische Chorkantate, die zu den besten
kirchlichen Kompositionen Naumanns gezählt wird.
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Franz Schubert (1797 –
1828) braucht nicht vorgestellt zu werden. Im Bereich der Kirchenmusik
schrieb er insgesamt sechs lateinische Orchestermessen. Die
ersten vier stehen noch in der klassischen Tradition. Die fünfte
Messe in As-Dur und die letzte in Es-Dur sprengen jedoch in
ihrer formalen Weite und hohen Würde den gewohnten Rahmen.
Sie sind Bekenntnisse Schuberts zur Geisteshaltung und zur vielschichtigen
Klangwelt der Frühromantik. Die Messe in As-Dur, die in
diesem Konzert zur Aufführung kommt, nahm Schubert 1819
aus eigenem Antrieb in Angriff und vollendete sie 1822.
Verena Stähli
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